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Urban Mining Design

Urban Mining-gerechtes Bauen im Detail

Der Leitfaden ist eine detailierte Hilfestellung oder auch Anleitung zum nachhaltigen Urban-Mining-gerechten-Bauen.

 

Er erübrigt keineswegs die Beratungsleistung von Architekten, Tragwerksplanern, Haustechnikplanern, Bauphysikern, Landschaftsarchitekten oder anderen am Bau beteiligten Fachleuten. Der Leitfaden unterscheidet in Soll- und Kannkriterien. Diese Gewichtung soll helfen, die Bedeutung für die Urban-Mining-Strategie einzuschätzen.

Kriterienkatalog für Pilotprojekte mit minimiertem ökologischen Fussabdruck

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Erfüllung des Kriteriums obligatorisch

Erfüllung des Kriteriums empfohlen

* Unter Mitarbeit von Jens Gabe, Landschaftsarchitekt, Köln

Grundlagen

Gesamtgebiet

Minimierte Erschließungsflächen

Minimierte Versiegelung der überbauten Fläche (durch Gebäude, Erschließungen, Terrassen)

Ausweisung von Fahrradwegen, markiert durch Belagsdifferenzierungen (keine Kaltplastik) *

Nutzung von bauaufsichtlich zugelassenem Recyclingmaterial für Straßen, Wege und Terrassen, Prüfung von "in Situ Recycling" (Maßnahmen an vorhandenen Belagsschichten zur Weiterverwendung als Belagsschicht, z.B. vorhandene Pflastersteine oder zum Wiedereinsatz als Belagstragschicht)*

Niederschlagssammlung von Dächern und Terrassen auf dem gemeinsamen Grundstück (z.B. Zisterne oder Teich zur Gartenbewässerung, ggf. Grauwassernutzung)

Niederschlagswasserversickerung auf dem gemeinsamen Grundstück

Regenrückhaltung auf dem gemeinsamen Grundstück (zur Entlastung der öffentlichen Kanalisation im Katastrophenregenfall)

Entwässerung von Niederschlagswasser von KFZ-befahrenen Flächen in Substratfilterrinnen (Reinigung des Wassers von Schwermetallen, Tausalzen und Mineralöl-Kohlenwasserstoffen, dadurch Versickerung möglich)

Kompakte Bauweisen (geringeres A/V-Verhältnis) durch Doppel- und Reihenhausbebauungen

Helle Oberflächen (zur Vermeidung der Aufheizung des Mikroklimas)

Vorrangige Nutzung von regionalen Bauprodukten (geringe Transportwege = geringere CO2 Emmissionen) *

Dokumentation aller verwendeten Materialien, Baustoffe und Hilfsstoffe in Tiefbau, Hochbau und Landschaft mit prüfbaren Hinweisen auf Rückbaufähigkeit, Recyclierfähigkeit oder Wieder- oder Weiterverwendung, Schadstoffe, Pflege- und Instandhaltungsintervallen in einer Datenbank, gegliedert nach DIN 276. (Nachweisführung zu Baustoffdaten über Ökobau.dat, WeCoBis und GISBa und anlehnend an den DGNB Leitfaden zu Bauprodukten - Anforderungen an die Auswahl und Do

Gebäudekubaturen und Anordnung

Hanglage sinnvoll in Gebäudekubaturen und Erschließungen umsetzen

Minimiertes A/V-Verhältnis bei dennoch aufgelockertem Erscheinungsbild

Anordnung nach dem Sonnenstand (passive solare Gewinne jedes einzelnen Hauses ermöglichen, gegenseitige Verschattungen im Winter minimieren)

Unverbaubare, attraktive Ausblicke ermöglichen, gegenseitige Einblicke reduzieren (Privatsphäre)

Mischnutzungen Wohnen/Arbeiten (ohne viel Publikumsverkehr und Lärm) einplanen

Angebot von gemeinschaftlich zu nutzenden Flächen und Räumen prüfen (Gartengeräte, Sauna, Grillplatz, Kompost, Werkstatt, „Waschsalon“ etc.)

Gebäude

Gebäudestruktur

Grundrissvariabilität einplanen

In Untergeschossen Hauptnutzflächen ermöglichen oder ...

Auf Untergeschosse verzichten (aufgeständerte Bauweise)

Abtrennung verschiedener Nutzungseinheiten ermöglichen (Einlieger-Appartement, Atelier, Kanzlei, Studio etc.)

Abgeschossene Vertikalerschließung (DIN- und BauO- gerechtes Treppenhaus) ermöglicht flexible Nutzungsaufteilungen und somit verschiedene (Vermietungs-)Einheiten

Grundrissflexibilität und Umnutzungen ermöglichende Leitungsverlegung (zentrale Versorgungsschächte oder -Kanäle, Hohlraumböden o.ä.)

Erhöhte Geschoßhöhen (>2,80m im Lichten oder bei Hohlraumboden oder Deckenabhängung gesamt >2,80m). Ziel: flexible Umnutzung zu Büro-Gewerbeeinheiten

   Modulare Gebäudestruktur

Fassadengestaltung nach dem Sonnenstand (passive solare Gewinne durch größere Verglasungen oder Pufferräume nach Süden), minimierte Öffnungen nach Norden (Wärmeverluste reduzieren)

Tragwerk und Gründungen mit Abdichtungen und Dämmungen

Erweiterte Lastreserven, auf die Ansprüche möglichst vieler verschiedener (dem Ort angemessener) Nutzungen zugeschnitten

Skelettbau in Holz (FSC-zertifiziert ohne Holzschutzmittel) oder Stahl ... oder

Monolithische Massivbauweise in Holz oder Mauerwerk (Monomaterialität - Holzwerkstoffe - des gesamten Schichtenaufbaus, incl. Dämmung, Regenschutz)

Gründung bei aufgeständerter Bauweise: Auf rückbaubaren Schraubfundamenten oder...

Gründung bei Keller: Weiße Wanne (Verzicht auf verklebte, schwarze Abdichtung) oder ...

Gründung bei Keller: Mauerwerksbau mit rückbaubau geklemmter, schwarzer Abdichtung

Dämmungen der Gründung und Keller ohne Verklebungen (z.B. Glasschaumschotter, ggf. in Bigpacks zur AW-Dämmung)

Außenwände: Konstruktionen und Bekleidungen

Außenwandkonstruktionen (vgl. Tragwerk) als Skelettbau oder ...

Außenwandkonstruktionen (vgl. Tragwerk) in monolithischer Massivbauweise in Holz mit Monomaterialität.

Dämm- und Abdichtungsmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen (verrott- oder vererdbar ohne Kunststoff-Stützfasern und Brandschutzmittel: biologischer Kreislauf) oder ...

Dämm- und Abdichtungsmaterialien aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf, kein PVC) oder ...

Dämm- und Abdichtungsmaterialien für die Materialrücknahmegarantieren der Hersteller vorgelegt werden.

Hüllmaterialien wiederverwendbar (z.B. hochwertige Vormauerklinker oder Schiefrplatten) oder ...

Hüllmaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen (verrott- oder vererdbar: biologischer Kreislauf), mind. Altholzkategorie II) oder ...

Hüllmaterialien aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf: z.B. Metall oder Glas) oder ...

Hüllmaterialien aus Produkten, für die Herstellerrücknahmegarantien vorgelegt werden.

Fügungen und Befestigungen rückbaubar durch lösbare Verbindungen bei vorgehängten oder aufgemauerten, hinterlüfteten Fassaden oder....

bei verklebten Schichtenaufbauten Monomaterialität nur durch werkstoffimmanente Stoffe (bei Holz z.B. durch Lignin)

Wartungs- und Reparatur- freundliche Detaillierungen durch lösbare Verbindungen (z.B. Fensterbänke mit Haften befestigt, verdeckte Fallleitungen hinter öffenbaren Fassadenteilen)

Außenwände: Verglasungen, Fenster, Türen, Shutter

Erhöhte Türmaße für barrierefreie Nutzung/flexible Umnutzung: .H i.L > 2,10m, B: i.L. > 0,85m

Pfosten-Riegel-Konstruktionen und Fensterrahmen aus Metall oder Holz

3-fach Isolierverglasungen oder Kastenfenster

Anteil von Recyclingglas in den Verglasungen

Bauwerksabdichtungsanschlüsse lösbar (Folienanschlusslappen geklemmt oder Stopfbänder aus Hanf oder Moosgummi-Compribänder)

Verzicht auf sogenannte „Oberflächen-Veredelungen“ wie Lacke bei Holzbauteilen

Sonnen-, Einbruchschutz oder Verdunklungen aus nachwachsenden Rohstoffen (verrott- oder vererdbar: biologischer Kreislauf, s.o) oder ...

Sonnen-, Einbruchschutz oder Verdunklungen aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf: z.B. Metall oder Glas) oder ...

Sonnen-, Einbruchschutz oder Verdunklungen aus Produkten, für die Herstellerrücknahmegarantien vorgelegt werden.

Sonnen-, Einbruchschutz oder Verdunklungen low-tec (feststehend oder Handbetrieb)

Haustüren 3-fachverglast oder vergleichbar hochwärmegedämmt, Materialien biologischer oder technischer Kreislauf, s.o

Decken

Skelettbau in Holz oder Stahl (vgl. Tragwerk) ... oder

Massivbauweise in Holz (vgl. Tragwerk, z.B. Brettstapeldecke)

Trittschallschutz erhöht, auf die Ansprüche möglichst vieler verschiedener (dem Ort angemessener) Nutzungen zugeschnitten

Deckenbeläge und -Bekleidungen aus nachwachsenden Rohstoffen (verrott- oder vererdbar ohne Kunststoff-Stützfasern und Brandschutzmittel: biologischer Kreislauf, z.B. Dielenböden auf Lattung) oder ...

Deckenbeläge und -Bekleidungen aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf: z.B. Trockenestriche aus Gipsbauplatten oder Heizestrich als Gussasphalt mit Kupferrohren) oder ...

Deckenbeläge und -Bekleidungen für die Materialrücknahmegarantieren der Hersteller vorgelegt werden (z.B. Teppichfliesen, lösbar verklebt)

Verzicht auf Oberböden aus Weich-PVC/Vinyl-Materialien (erbgutschädigend und im Brandfall toxische Gase entwickelnd)

Verzicht auf verklebte Abdichtungen in Nassbereichen (z.B. Duschwanne statt Fliesen)

Innenwände und Innentüren

Leichtbauweise als Gipskartonwände, gespachtelt, gestrichen, Ständer aus Metall/Holz oder ...

als Holzwände, holzbeplankt (mind. Altholzkategorie II) oder ...

als Lehmbauwände (Platten oder Steine mit Holzständern) mit Lehmputz sichtbar

Verzicht auf Tapeten aus Weich-PVC/Vinyl-Materialien (erbgutschädigend und im Brandfall toxische Gase entwickelnd)

Verzicht auf verklebte Wandabdichtungen in Nassbereichen (Ersatz z.B. durch großformatige Glas- oder Metalltafeln (technischer Kreislauf s.o) oder Tadelakttechnik (mineralisch) im Spritzwasserbereich

Erhöhte Türmaße für barrierefreie Nutzung/flexible Umnutzung: .H i.L > 2,10m, B: i.L. > 0,85m

Dächer

Geneigte Dächer mit dem Mehrwert von Photovoltaik oder Solarthermienutzung oder ...

Flachdächer mit dem Mehrwert als Wasserspeicher, Gründach (Biodiversität), Dachgarten oder Dachterrasse

Skelettbau in Holz oder Stahl (vgl. Tragwerk) ... oder

Massivbauweise in Holz (vgl. Tragwerk)

Dachdämmungen, -Dichtungsfolien und -Bekleidungen aus nachwachsenden Rohstoffen (verrott- oder vererdbar ohne Kunststoff-Stützfasern und Brandschutzmittel: biologischer Kreislauf) oder ...

Dachdämmungen, -Dichtungsfolien und -Bekleidungen aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf: z.B. Gipskartonplatten) oder ...

Dachdämmungen, -Dichtungsfolien und -Bekleidungen für die Materialrücknahmegarantieren der Hersteller vorgelegt werden

Dachbeläge hochwertig und langlebig und daher wiederverwendbar (z.B. Schieferdeckung) oder ...

Dachbeläge aus recyclierfähigen Materialien für die bekannte Recyclingwege bestehen (technischer Kreislauf: z.B. Metalldachbahnen) oder ...

Dachbeläge für die Materialrücknahmegarantieren der Hersteller vorgelegt werden

Glasdächer nur für Pufferräume/Wintergärten incl. Verschattungen

Wartungs- und Reparatur- freundliche Detaillierungen durch lösbare Verbindungen (z.B. Attikableche mit Haften befestigt, verdeckte Regenrohre leicht zu reinigen oder abgedeckt durch Laubfanggitter)

Verzicht auf Kupfermaterialien (Grundwassertoxisch) bei Metalldeckungen und Entwässerungen oder gereinigt durch Filtratrinnen, s.o.

Verzicht auf Weich-PVC/Vinyl-Materialien (erbgutschädigend und im Brandfall toxische Gase entwickelnd) bei Folien-/Polymer-Bitumenabdichtungen

Überdimensionierung von Leitungen zur Niederschlagsableitung (Katas

Außenanlagen

Freiflächen

Gemeinschaftsflächen: Minimierung der Aufwendung für Grünflächenmanagement / - Pflege durch Einsatz von extensiven Staudenansaatflächen auf mineralisch abgemagerten Standort *

Einbindung von CO2 bindend wirkenden Grünstrukturen, wie hoch überschirmenden Bäumen und Solitärsträuchern. (Nach der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald kann als Ansatz eine CO2 Bindung eines neugepflanzten Baumes von 25 kg CO2 pro Jahr in den ersten 20 Jahren angesetzt werden.) *

Einsatz von Bäumen aus der „Zukunftsbaumliste“ als Reaktion auf neue stadtklimatische Bedingungen und Förderung der kleinklimatischen Bedingungen (Quelle: www.duesseldorf.de/baumspende/download/broschuere_zukunftsbaumliste.pdf) *

Gemeinschaftsflächen: Anpassung von Wegebreiten für den Einsatz von Pflegefahrzeugen, wie auch Gehölz- und Rabattenschnittfahrzeugen *

Baukonstruktionen in Außenanlagen

Carports (Verzicht auf freistehende Garagen)

Garage im Untergeschoß nur, wenn Zu-/Abfahrten ohne Gefälle ca. <= 5% und somit ohne Versiegelung der Flächen machbar

Verminderte Stellplatzzahl durch Carsharing

Elektrotankstelle, versorgt mit regenerativer Energie

Fahrrradstellplätze mit Überdachung, Haltebügeln und Diebstahlsicherung, rückbaubar und recyclierfähig *

Gemeinsamer Wertstoffbehälter-Platz umzäunt und eingegrünt oder s.u.

Einzelne Wertstoffsammelbehälter-Pätze eingegrünt oder im Haus angeordnet

Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen oder recyclierfähigen Materialien oder bereits wiederverwendeten Konstruktionen

Nutzung von Harthölzern mit der Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350-2 mindestens 1 – 2 und grundsätzlich immer FSC / PEFC zertifizierte Hölzer *

Verzicht auf "Oberflächenveredelungen" (keine Lacke bei Hölzern, keine Kunststoff-Beschichtungen von Metallen, sondern Verzinkungen, Eloxale o.ä.) *

Gründungen auf Schraubfundamenten, z.B. für Bänke oder Leuchten *

Minimierte Ausleuchtung von Wegen (Reduzierung der "Lichtverschmutzung")

Gartenmauern aus "offenen" Strukturen (z.B. Gabionenwände, Bruchstein) zur Ansiedlung z.B.

Versorgung, Infrastruktur, Technik

Energie, Wärme, Wasser und Medien

Maßgebend ist die aktuelle EnEV

Autharke Energieversorgung des Gebietes (PV etc.)

Autharke Wärmeversorgung des Gebietes (Wärmepumpen, Holzpellets etc.)

Niedrigtemperatur-Heizflächen

LED-Beleuchtung

Elektrokabel halogenfrei (ohne PVC, s.o)

Abwasser in Steinzeug- oder Metallgussrohren

Zuwasser in Kupferleitungen (kein Kunststoff)

Rückfragen? Anregungen?

 

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